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Entwicklungsplanung Fokus Forch

(Bildquelle: Forchbahn AG)

Die Gegend um den Bahnhof Forch soll sich in den nächsten Jahrzehnten schrittweise zu einem Ortsmittelpunkt für die umliegenden Quartiere und Weiler der Gemeinden Küsnacht und Maur entwickeln. Die Grundlagen dazu erarbeiteten die Gemeinde Küsnacht, die Gemeinde Maur und die Forchbahn gemeinsam mit der Bevölkerung. Im März 2024 nahm der Planungs- und Mitwirkungsprozess Fokus Forch mit einer Informationsveranstaltung seinen Anfang. Am 15. Juni 2024 fand ein erster Workshop statt. Der zweite Workshop folgte am 7. September 2024. Bis zu 100 Personen aus beiden Gemeinden wirkten engagiert mit, brachten Impulse für das Leitbild Fokus Forch ein und spiegelten einen ersten Entwurf.

Das im Prozess entwickelte Leitbild Fokus Forch basiert auf den Impulsen der Bevölkerung, auf den Entwicklungsabsichten der Gemeinden und der Forchbahn sowie auf den vor Ort gegebenen Rahmenbedingungen. Für das Leitbild wurde der Bahnhofsraum Forch in vier Teilräume gegliedert: das Gebiet um den historischen Gasthof Krone, die Forchterrasse, den Bahnhofsraum Mitte mit den Bahnanlagen und das Gebiet Grossacher. Für jeden dieser Teilräume beschreibt das Leitbild eine Stossrichtung für dessen Entwicklung in den nächsten zwanzig Jahren.

Krone-Ensemble: Gemeinschaftliches Zentrum

Das historische Ortsbild wird langfristig gesichert. Die prägenden, der Gemeinde Küsnacht gehörenden kommunalen Gebäude sind mit Fokus auf Gastronomie, Gemeinschaftsangebote und Wohnen saniert. In den Erdgeschossen der grossen Scheune und der Krone sind öffentliche Nutzungen vorgesehen, darunter das Gastronomieangebot. Der Platz dazwischen soll eine hohe Aufenthaltsqualität haben und als Treffpunkt für die lokale Bevölkerung aus beiden Gemeinden dienen.

Forchterrasse: Wohnen mit grüner Mitte

Das historische Bauernhofgebäude an der Alten Forchstrasse bleibt bestehen und ist in die Entwicklung und Gestaltung der Forchterrasse eingebunden. Nach dem Rückbau der Forchbahn-Provisorien bietet sich entlang der Alten Forchstrasse die Möglichkeit einer langfristigen Entwicklung mit Gebäuden für altersgerechten und bezahlbaren Wohnraum. Der grössere Teil der Forchterrasse soll eine grüne Mitte bilden, ist verkehrsfrei und weist sehr hohe Aufenthaltsqualitäten und ökologische Werte auf.

Bahnhofsraum Mitte: Dienstleistungszentrum

Der Bahnhof Forch funktioniert als Verkehrsdrehscheibe zwischen Bahn und Bus sowie den individuellen Verkehrsmitteln. Ein neues unterirdisches Parkhaus spielt den bisherigen Parkplatz zwischen den Gleisen und der Kaltensteinstrasse frei. Die neuen Bauvolumen im Bahnhofsraum Mitte bieten Platz für Dienstleistungsangebote der Grundversorgung, für das Bahnreisezentrum sowie für Gewerbe- und Büroflächen. Die oberen Geschosse sind für Wohnungen vorgesehen. Zwischen den neuen Gebäuden und dem Instandhaltungszentrum spannt sich ein Platz auf, der sich als Ankunfts- und Begegnungsort für die lokale Bevölkerung, für Pendelnde sowie für den Tagestourismus präsentiert.

Grossacher: Aktivierung einer Freifläche

Das Gebiet Grossacher zwischen der Siedlung Weitblick und dem Bahnhof Forch soll künftig eine öffentlich zugängliche, extensive Grünfläche mit einem Fokus auf Biodiversität sein. Eine Wohnnutzung wurde in den Workshops verworfen.

Leitbild Fokus Forch gibt Stossrichtung vor

An der Informationsveranstaltung vom 21. November 2024 haben die Gemeinden Küsnacht und Maur und die Forchbahn das Leitbild der Bevölkerung so vorgestellt, wie es im Partizipationsprozess entstanden ist. Der Gemeinderat Küsnacht hat den Synthesebericht Leitbild Fokus Forch [pdf, 13.3 MB] am 15. Januar 2025 genehmigt. Die Geschäftsleitung der Forchbahn AG und die Gemeinde Maur haben dem Synthesebericht am 22. Januar 2025 bzw. 3. Februar 2025 zugestimmt. Somit gilt das Leitbild als behördenverbindlich und dient als Stossrichtung und Leitplanke für alle weiteren Planungsschritte rund um den Bahnhof Forch und das Gebiet Krone. In einem nächsten Schritt wird die Gemeinde Küsnacht ein Umsetzungskonzept für das Leitbild Fokus Forch erarbeiten und nach Möglichkeit bereits erste Massnahmen realisieren. Die beiden Gemeinden werden zudem eine Vereinbarung erarbeiten, wie sie die bei Planung und Realisierung entstehenden Kosten aufteilen, von denen beide profitieren.