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Umwelttipp: Amphibienwanderungen und wie Sie sich engagieren können

Sobald im Frühling in feuchten Nächten die Temperaturen nur schon wenige Grad über Null steigen, machen sich die ersten Amphibien auf Wanderschaft zu ihren Laichgewässern. Aber warum eigentlich?

Früher nutzten die meisten Amphibien natürlich vorkommende Flussauen für die Eiablage. Diese sind jedoch heutzutage so selten geworden, dass die Amphibien auf andere Orte oder künstliche Laichgewässer ausweichen. Die Ansprüche an ein optimales Laichgewässer unterscheiden sich dabei je nach Amphibienart – und derer gibt es viele zu beachten! Von der Balz bis hin zur Paarung, der Eiablage und der gesamten Entwicklung der Larven (Molche) und Kaulquappen (Frösche); All dies findet in den Laichgewässern statt. Nach der Eiablage zieht es die Amphibien wieder zurück in ihr Sommerquartier. Auch hier unterscheiden sich die Ansprüche an den Hauptlebensraum je nach Art. Feuchte Wälder, Wiesen und Weiden, strukturreiche Landschaften, Hecken, Waldsäume, Tümpel, Weiher oder sogar die Ränder von Moorgebieten – vieles ist möglich.

Gefährliche Wanderschaft
Durch die heutzutage stark ausgeprägte «Zerschneidung» der Landschaft durch Strassen sind die Amphibien auf ihrer Wanderung oft grossen Gefahren ausgesetzt. Trotz Massnahmen wie grünen Zäunen am Strassenrand, Unterführungen und Ausstiegshilfen aus Schächten finden leider immer wieder viele Amphibien den Tod auf dem Weg zu ihren Laichgewässern. Einen unverzichtbaren Beitrag leisten jedes Jahr lokale Freiwillige, welche in wahrer «Knochenarbeit» morgens und abends zur Dämmerung die teils dicht befahrenen Strassen abschreiten und die Amphibien einsammeln und über die Strasse tragen. Mit ihrem Engagement steht und fällt vielfach die Funktionalität von mobilen Zäunen.

Amphibienwanderungen in Küsnacht
Auch in Küsnacht finden – mittlerweile zumeist schon ab Mitte Februar - Amphibienwanderungen statt und wie jedes Jahr stehen die lokalen Freiwilligen bereit, den Amphibien unter die Arme zu greifen. Eine von ihnen ist Rahel Fierz. Zusammen mit knapp zwei Dutzend freiwilligen Helferinnen und Helfern verantwortet sie die Absperrungen der Amphibien-Hotspots der Gemeinde: die Weinmanngasse und die Zumikerstrasse. Dabei koordiniert sie die Einsatzpläne, die Kommunikation mit den Behörden und versendet Erinnerungen an die Teilnehmenden. Gleichzeitig werden durch die patrouillierenden Helferinnen und Helfer auch gesichtete Amphibien erfasst. 2024 wurden alleine im Bereich des Rumensees gesamthaft 835 Amphibien gezählt, davon über 400 Erdkröten und knapp 20 Grasfrösche sowie vereinzelte Bergmolche. Auch Leichballen sowie Gefährdungen für die Tiere werden erfasst. Weiter engagieren sich Freiwillige für neue Ausstiegshilfen, welche Amphibien, die in Strassenschächte gefallen sind, einen rettenden Ausweg bieten. Mit alledem leisten Sie einen unverzichtbaren Beitrag für die Amphibien in Küsnacht.

Helfende Hände gesucht!
Haben Sie Zeit und Lust, sich zu engagieren und sich den lokalen Freiwilligen bei der Rettung der Amphibien vor dem Strassentod anzuschliessen? Melden Sie sich bei Rahel Fierz (rahel.fierz@kuesnacht.ch), sie und ihre Kolleginnen und Kollegen freuen sich über jede helfende Hand!

13. März 2026
Abteilung Hochbau und Planung

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