Projektbeschrieb

Ein Ort für die ganze Bevölkerung

Das Gebiet rund um den SBB-Bahnhof Küsnacht ist kein attraktiver öffentlicher Raum. Auch die Verkehrssituation im Dorfzentrum ist für die verschiedenen Verkehrsteilnehmer unbefriedigend. Schon lange wünschen sich die Küsnachterinnen und Küsnachter deshalb eine Aufwertung des Areals rund um den Bahnhof. Die Neugestaltung des heutigen Parkplatz-Areals Zürichstrasse bietet die grosse Chance, dieses Anliegen zu verwirklichen. Aus dem Areal soll ein ansprechender Ort werden, geprägt von den öffentlichen Nutzungen, einer hohen Aufenthaltsqualität und Angeboten mit Publikumsverkehr.

Dieses Ziel wurde im Rahmen des öffentlichen Mitwirkungsverfahrens formuliert und im Projekt «Schulze und Schultze» der ARGE Raumbureau und urbaNplus auf gelungene Weise umgesetzt. Das Projekt, das aus dem Wettbewerb siegreich hervorgegangen und danach optimiert worden ist, besteht aus zwei Gebäuden, die das Areal Richtung Zürich und Richtung Rapperswil begrenzen. Dazwischen liegt ein grosszügiger, mit Bäumen begrünter Platz. Das Projekt berücksichtigt die bestehende bauliche Struktur im Zentrum und ordnet sich ideal darin ein. Die Parkplätze werden mehrheitlich in ein unterirdisches Parkhaus verlegt, das optimal an die Oberwachtstrasse angeschlossen ist. Für Kurzzeitparkierer bleiben jedoch zusätzlich zehn oberirdische Parkplätze erhalten.

Ein Gebäude für Kultur und für Familien

Das Gebäude, das auf dem neu gestalteten Areal Richtung Zürich liegt, ist für vielfältige öffentliche Nutzungen konzipiert. Im Erdgeschoss lädt ein Bistro zum Einkehren ein. Darüber befindet sich ein grosszügiger Kulturraum, der für vielfältige Veranstaltungen wie beispielsweise Versammlungen, Theateraufführungen, Konzerte und Lesungen geeignet ist. In der Höhe erstreckt sich dieser Raum über zwei Stockwerke. Auch das Familienzentrum und die Ludothek erhalten in diesem Gebäude neue Räumlichkeiten. Unter dem Bistro, aber wegen der Hanglage gleichwohl mit genügend Tageslicht versorgt, wird die neue Gemeindebibliothek liegen. Zu ihr gehört ein Garten, der den Besucherinnen und Besuchern erlaubt, sich gleich vor Ort in die Bücher zu vertiefen. Die öffentlichen Nutzungen ergänzen die bisherigen Angebote Küsnachts auf ideale Weise. Sowohl die Gemeindebibliothek als auch das Familienzentrum erhalten angemessene und für den Betrieb optimale Räume an zentraler Lage.

Architektur und Energie

Der architektonische Ausdruck der beiden Gebäude ist grundsätzlich gleich. Während es sich beim Gebäude Richtung Rapperswil um ein Wohnhaus mit kommerziell genutztem Erdgeschoss handelt, wie es in der Nachbarschaft mehrheitlich vorkommt, signalisiert das Gebäude Richtung Zürich durch die quadratische Grundform und die Gliederung der Geschossigkeit seine Funktion als Gebäude mit öffentlicher Nutzung. Die klassischen Gestaltungselemente der Architektur erzeugen in ihrer zeitgemässen Ausformulierung einen eigenständigen Ausdruck. Die Bauten signalisieren so diskrete Öffentlichkeit und bilden mit den Baumkronen über dem Platz eine repräsentative Atmosphäre von grosser Aufenthaltsqualität. Mit scheinbarer Leichtigkeit bilden die beiden Baukörper einen seitlichen Abschluss der Bebauung entlang der Zürichstrasse. Der weite Platz zwischen den beiden Körpern überzeugt durch schöne Proportion und grosse Gelassenheit.
Für die beiden Neubauten wird der Energiestandard Minergie-A-Eco angestrebt. Dieser kombiniert die Anforderungen an einen sparsamen Umgang mit natürlichen Ressourcen mit Aspekten der Gesundheit und der Bauökologie.

Ein Gebäude für Gewerbe und Wohnen

Das Gebäude Richtung Rapperswil umfasst Gewerbe- und Wohnräume. In den Obergeschossen entstehen mindestens neun Wohnungen, im Erd- und im Untergeschoss die Ladenflächen. Die Geschäfte, die dereinst hier einziehen, sollen das bestehende Einkaufsangebot ergänzen.

Ein Platz mit hoher Aufenthaltsqualität

Der Raum zwischen den beiden Gebäuden wird zu einem Platz mit hoher Aufenthaltsqualität gestaltet. Er wird mit Bäumen verschiedener Art bepflanzt. Auch ein Wasserspiel ist vorgesehen. In den Randzonen wird der Platz möbliert. Die Gestaltung des Platzes ist so konzipiert, dass verschiedene Veranstaltungen und z.B. auch ein Wochenmarkt durchgeführt werden können. Ausserdem wird auf eine kindergerechte Gestaltung Wert gelegt, so dass das Spielen auf dem Platz den Kindern Freude bereitet.

In den seeseitigen Abschluss des Platzes ist der Zugang zur neu gestalteten Fussgänger- und Velounterführung der Bahngeleise integriert. An geeigneter Stelle werden zudem Veloabstellplätze eingerichtet. Die bisherige Wertstoffsammelstelle wird geschlossen. Ein Ersatzstandort wird evaluiert.

Ein komfortables Parkhaus

Das neue unterirdische Parkhaus wird zwischen zwei gewendelten Rampen unter der Zürichstrasse liegen. Die Ein- und Ausfahrt wird mit einem Minikreisel an der Oberwachtstrasse optimal an die bestehende Unterführung angeschlossen, so dass die Einfahrt in das Parkhaus aus beiden Fahrtrichtungen direkt möglich ist. Das Parkhaus wird 180 Parkplätze auf drei Ebenen aufweisen. Zehn weitere Parkplätze bleiben oberirdisch angeordnet und sind Kurzzeitparkierern vorbehalten.
Auf dem heutigen Parkplatz sind aktuell 117 Parkfelder vorhanden. Die Parkplatzzahl wird also markant erhöht. Die Parkplätze sollen zudem breiter werden als die bestehenden. Das Einparken wird dadurch komfortabler und gegenüber dem heutigen Zustand viel übersichtlicher.