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Buch des Monats - die Bibliothek Küsnacht empfiehlt

Die Farben des Feuers

Als der französische Bankier Marcel Péricourt im Jahr 1927 stirbt, hinterlässt er seiner Tochter Madeleine ein Vermögen. Durch den Tod ihres Vaters und dem gleichzeitigen Unfall ihres Kindes, ist Madeleine mit der Situation hoffnungslos überfordert. Denn aus unerklärlichen Gründen stürzt sich am Tage der Beerdigung ihr Sohn Paul aus dem Fenster und ist fortan querschnittgelähmt.

Plötzlich allein an der Spitze eines Bankimperiums wird die junge alleinerziehende Mutter von allen Seiten bedrängt. Sowohl Gustave Joubert, langjähriger Prokurist der Bank und einst Vertrauter des Patriarchen, als auch Madeleines Onkel Charles Péricourt, sowie ihr Liebhaber und Dichter André Delcourt nutzen Madeleines Hilflosigkeit zu ihrem eigenen Vorteil aus.

Gustave Joubert hat Madeleine nie verziehen, dass sie ihn als Gatten, wie vom alten Péricourt gewünscht, abgelehnt hat. Er ermuntert die junge Erbin zu Fehlentscheidungen und erlangt so ihren finanziellen Ruin. Nachdem es ihm gelungen ist Madeleine auch aus der Familienvilla zu vertreiben, emanzipiert sich die junge Frau und beginnt ihren ganz persönlichen Rachefeldzug.

Pierre Lemaitres Roman ist ein lesenswertes Gesellschaftsporträt Frankreichs in den 1930er-Jahren. Historisch fundiert beschreibt er die Zwischenkriegszeit, der Börsenkrach, die sozialen Spannungen und dem sich wiederaufrüstenden Deutschland, gekonnt. Das Buch ist spannend und humorvoll erzählt und erinnert in seinem Schreibstil an die grossen französischen Klassiker.

Pierre Lemaitre: "Die Farben des Feuers", Klett-Cotta verlag, 2019