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Buch des Monats – die Bibliothek Küsnacht empfiehlt

Krokodilwächter – ein Kopenhagen-Thriller

Esther de Laurenti, Hochschullehrerin im Ruhestand, schreibt an ihrem ersten Kriminalroman. Sie ist Vermieterin eines Mehrfamilienhauses in der Kopenhagener Innenstadt, geniesst das Leben, feiert mit Freunden und ist dem Alkohol nicht abgeneigt.
Doch als die junge Studentin Julie ermordet und mit Schnitten verstümmelt in ihrer Wohnung aufgefunden wird, ist Esther schockiert. Wie kann es sein, dass sich der Tathergang exakt mit der Beschreibung in ihrem Manuskript deckt?

Die Ermittlungen leiten Jeppe Kørner und Anette Werner, ein ungleiches, aber gut eingespieltes Team, welches unzähligen falschen Fährten folgen muss, um endlich ans Ziel zu gelangen.

Die dänische Autorin Katrine Engberg lässt den Leser in eher gemächlichem Tempo an der Auflösung des ersten Falls dieses Ermittlerpaares teilhaben. Ein Krimithriller, der trotz seiner Langsamkeit spannend bleibt und unter die Haut geht.

Interessant sind die gut beschriebenen Charaktere: die Vermieterin mit ihren Ecken, Kanten und einigen Schwächen, ihr betagter Nachbar Gregers oder der Liebeskranke Jeppe mit seinem angeschlagenen männlichen Ego. Noch eher blass bleibt die Figur seiner Kollegin Anette, doch da dies erst der Auftakt einer Krimi-Reihe ist, wird diese sich bestimmt noch entwickeln.

«Krokodilwächter» ist atmosphärisch dicht und in einem ausgefeilten Stil erzählt und auf jeden Fall ein gelungenes Debut.
Der zweite Band um Jeppe Kørner und Anette Werner mit dem Titel «Blutmond» ist übrigens demnächst (20. März) erhältlich.

Ach, und was ist denn nun ein Krokodilwächter? Was es mit dem Titel auf sich hat, wird erst sehr spät geklärt, ist aber dafür umso treffender.

 

«Krokodilwächter» von Katrine Engberg (Diogenes 2018)