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Dorfpost-Leitartikel von Gemeindepräsident Markus Ernst: “Eine feine Schicksalsgemeinschaft"

Leitartikel von Gemeindepräsident Markus Ernst in der Küsnachter Dorfpost vom 10. Mai 2018.

Liebe Küsnachterinnen und Küsnachter

Ich freue mich, diesen Leitartikel als Ihr bisheriger aber auch als Ihr zukünftiger Gemeindepräsident zu schreiben. Die Behördenwahlen liegen hinter uns und grosse Überraschungen sind ausgeblieben. Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger haben insbesondere alle bisherigen Behördenmitglieder in ihren Ämtern bestätigt und damit auch ein Zeichen der Wertschätzung für das bisher Geleistete gesetzt. Ich danke Ihnen persönlich, aber auch im Namen von allen gewählten Behördenmitgliedern, für das Vertrauen, welches Sie uns für die nächsten vier Jahre entgegenbringen.

Mit dem Ende der Legislatur ist aber auch ein Abschied verbunden. Der Gemeinderat ist eine Schicksalsgemeinschaft, welche ganz verschiedene Menschen zusammenbringt, deren Auftrag es ist, gemeinsam Lösungen und Antworten auf die verschiedensten Herausforderungen und Fragen zu finden. Die Intensität, Emotionalität und das gemeinsam Erlebte prägten uns als Gremium. Deshalb möchte ich an dieser Stelle ein Blitzlicht auf die abtretende Kollegin respektive die abtretenden Kollegen werfen.

Sicherheitsvorstand aus Berufung

Mit Arnold Reithaar verlässt ein mehrfaches Schwergewicht den Küsnachter Gemeinderat. 16 Jahre Tätigkeit im Gemeinderat sind eine lange Zeit, während der Noldi immer ein stabiler Pol inmitten aller Turbulenzen war. Vielen Einbürgerungswilligen konnte er mit seiner ruhigen Art die Angst vor dem Einbürgerungsgespräch nehmen. Es gab nur wenige Aufregungen, welche Noldi aus seiner inneren Ruhe bringen konnten. Als Gemeinderat konnte er von seinem beruflich erworbenen Fachwissen als Stadtpolizist viele Ideen auch in Küsnacht umsetzen und unsere kleine aber feine Gemeindepolizei bestens unterstützen. Auch bei seinen ehemaligen Kameraden vom Seerettungsdienst in deren Bootshaus war er regelmässig anzutreffen. Und nicht zuletzt hat er den Neubau des in die Jahre gekommenen Feuerwehrgebäudes angeschoben – ein wichtiges Projekt, welches nun seine Nachfolge umsetzen darf.

Mit Noldi tritt nicht einfach unser Sicherheitsvorstand zurück, mit Noldi verlässt uns insbesondere ein geselliger und verlässlicher Freund. Ich freue mich, dass Noldi als Ortsparteipräsident der SVP weiterhin politisch aktiv bleibt.

Sozialdemokrat mit liberaler Ader

Auch Gerhard Fritschi amtete während 16 Jahren im Küsnachter Gemeinderat. Zuletzt hat er sich selber als Methusalix des Gemeinderates bezeichnet – sein Engagement im Gemeinderat lassen aber bis heute keinerlei Anzeichen von Amtsmüdigkeit erkennen. Die Themen seines Ressorts schienen ihm auf den Leib geschrieben zu sein und er konnte seine Vorlagen immer auch mit einer inneren Überzeugung vertreten. Als einziger Sozialdemokrat sind seine Ideen nicht immer auf fruchtbaren Boden gefallen, aber für unser Gremium war sein Wort wichtig und gewichtig. Die Sozialkommission hat er umsichtig geführt und als Vorstand der KESB viel für deren Akzeptanz in Küsnacht geleistet.

Der Anblick seines Citroën 2CV vor dem Gemeindehaus wird uns ebenso fehlen wie seine legendären, von gelegentlichen Unterbrüchen geprägten Reden. Wir freuen uns, Gerhard weiterhin auf ein Bier oder zu einer Jasspartie zu treffen.

Küsnachts finanzielles Gewissen

Nach dem Rücktritt von Ursula Gut hat vor knapp zwölf Jahren Ursula Gross die Chance gepackt und von der RPK in den Gemeinderat gewechselt. Mit der finanziellen Erfahrung aus der bisherigen Tätigkeit war die Übernahme des Finanzressorts naheliegend. Ihre mahnenden Worte haben uns immer vor Augen geführt, dass die Gemeinde sorgsam mit ihren Mitteln umzugehen hat – trotzdem waren wir jeweils froh, wenn die Abschlüsse Ende Jahr doch nicht so schlecht waren wie befürchtet. Auch als Präsidentin der Pensionskassenstiftung hat sie Verantwortung übernommen und die Kasse wieder auf Kurs gebracht. Ihre Herzensanliegen waren jedoch die Vergaben der In- und Auslandhilfe. Stets darauf bedacht, besonders auch Projekte mit Bezug zur Gemeinde zu fördern, engagiert sich Ursi auch selber sehr intensiv im karitativen Bereich.

Ohne Ursi Gross wird es nicht nur schwieriger, eine Mannschaft für die verschiedenen Schiessanlässe zusammenzustellen, es geht auch ein Hauch von Glamour verloren welche den Gemeinderat mit ihr stets umweht hat.

Ich danke Ursi, Gerhard und Noldi von ganzem Herzen für ihren Einsatz zugunsten von Küsnacht, aber auch für die vielen geselligen Stunden, die wir zusammen verbringen durften und wünsche allen spannende Ideen, um die neu gewonnene Freizeit zu geniessen.

Neuer Gemeinderat und neue Ressorts

Die drei Rücktritte und die neue Gemeindeorganisation führen dazu, dass es im Gemeinderat zu einer grösseren Rochade kommt. Neu nimmt Klemens Empting als Schulpräsident Einsitz im Gemeinderat und wird dem Ressort Bildung vorstehen. Die bisher eigenständigen Ressorts Planung respektive Hochbau werden zu einem einzigen Ressort zusammengeführt. Der Gemeinderat wird sich an der Sitzung vom 4. Juli neu konstituieren und neben dem Schulpräsidenten auch Pia Guggenbühl und Ulrich Erb in seinen Reihen aufnehmen. Ich freue mich auf frischen Wind und neuen Elan in unserem Gremium – an Projekten und Aufgaben mangelt es auch in den nächsten vier Jahren nicht.

Herzlich, Ihr
Markus Ernst
Gemeindepräsident