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Buch des Monats – die Bibliothek Küsnacht empfiehlt

"Der Zopf"

Hinter dem schlichten Titel des Romans «Der Zopf» verbirgt sich eine geschickt geflochtene Geschichte von Laetitia Colombani. Die Französin, welche eigentlich Schauspielerin und Regisseurin ist, legt damit ihren ersten Roman vor.

Das Buch handelt von drei Frauen auf verschiedenen Kontinenten, die unterschiedlicher nicht sein könnten, und doch werden wie bei den Strängen eines Zopfes die Handlungen miteinander verwebt.

Da ist einerseits die Inderin Smita, welche täglich mit blossen Händen die Exkremente anderer Leute beseitigt. Eine Arbeit die sie tun muss, weil sie eine Dalit, eine Unberührbare ist. Doch für ihre Tochter wünscht sie sich nichts sehnlicher, als dass diese es einmal besser haben würde.
Im sizilianischen Palermo versucht die erst 20-jährige Giulia, die bankrotte Perückenfabrik ihres Vaters zu retten. Diese steht kurz vor dem Konkurs, da in Italien für die Produktion nicht mehr genug Haare zur Verfügung stehen.
Und dann ist da noch die erfolgreiche Anwältin Sarah aus Montreal, Kanada. Die alleinerziehende Mutter dreier Kinder trennt Beruf und Familie strikt, um ihre Karriere nicht zu gefährden, bis eine Krebserkrankung ihr sorgfältig aufgebautes Alltagskonstrukt in sich zusammenfallen lässt.

Jede der drei Frauen möchte ihren eigenen Traum von einem selbstbestimmten Leben verwirklichen. Dafür müssen sie Mut beweisen und kämpfen und für alle stehen wichtige Entscheidungen an, um ihrem Leben eine neue Richtung zu geben.

In kapitelweise wechselnden Perspektiven werden die Schicksale von Smita, Giulia und Sarah sehr anschaulich und spannend geschildert. Das verbindende Element sind in diesem schnell und leicht zu lesenden Roman die Haare.

In der Bibliothek Küsnacht kann «Der Zopf» auch als Hörbuch ausgeliehen werden. Dass die drei Frauenfiguren je von einer anderen Sprecherin verkörpert werden, erleichtert die Szenenwechsel und macht die Geschichte besonders lebendig und hörenswert.

«Der Zopf» von Laetitia Colombani (S. Fischer 2018)
Hörbuch gelesen von Andrea Sawatzki, Valery Tscheplanowa und Eva Gosciejewitz
5 CDs (Argon 2018)